Schluß |
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Die überarbeitete und aktuelle Version dieses Blogs findet sich unter:
http://www.einhandsegeln.de/html/ostar_blog.html
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Datum: 02.08.2009 21.32
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Tag 29 und 30 und 7 Stunden 35 Minuten |
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Nach 30 Tagen, 7 Stunden und 35 Minuten sowie einer
nonstop gesegelten Strecke von 3.880 Seemeilen habe
ich in Kröslin/M-V fest gemacht. Boot ok. Skipper
auch, aber ziemlich erschöpft. Im Verlauf der Woche
mehr, jetzt erst mal ab in die Koje.
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Datum: 26.07.2009 09.33
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Die letzten Meilen... |
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Das Kattegat ist im Vergleich zum Atlantik ein friedlicher
Ort. Alleine die fehlende Dünung und der Umstand, dass
das Echolot hier immer Grund findet, gibt diesem Seegebiet
den Charakter eines Binnenreviers.
Ich habe Laesö und Anholt passiert und halte auf den
Öresund zu. Die Fock ist geborgen, damit ich die Nacht
noch im offenen Wasser habe, bevor es morgen mit dem
ersten Licht in den Sund gehen soll. Ich zähle gerade
acht Frachter und einen Fischer um mich herum - Schlaf
dürfte zum Problem werden.
Wie ich soeben erfahren habe, ist mir von der Gesellschaft
für Orthographie der Preis für das Blog mit den meisten
Rechtschreibfehlern verliehen worden. Zur Begründung wird
angeführt, dass sich der Autor des Blogs, also ich, mit
außergewöhnlicher Hartnäckigkeit selbst über die
grundlegendsten Regeln der deutschen Sprache hinweg setzt.
Ja, ich fühle mich geehrt - meine Deutschlehrerin wäre stolz
auf mich.
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Datum: 24.07.2009 21.36
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Rückweg Tag 27 und 28 |
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Zum achten Mal in meinem Seglerleben habe ich Lindesnes,
die Südspitze Norwegens, gerundet. Mit mir zusammen waren
gestern Nacht ca. 90% der Welthandelsflotte und alle
Fischer Norwegens in dieser Gegend unterwegs, was die
Sache etwas anstrengend gemacht hat. Einem Frachter
musste ich ausweichen, nachdem dieser mir mein
Wegerecht hartnäckig vorenthalten hat. Als ich dann
mit killenden Segeln und eingeschaltetem Deckslicht
ca. 200 Meter neben seiner Bordwand trieb, ist dort
auf der Brücke dann jemand aufgewacht. Dieser Jemand
hielt es für eine gute Idee erst einmal aufzustoppen,
was die Sache für mich nicht einfacher gemacht hat.
Ich habe den Motor angemacht und bin am Heck des
Frachters vorbei motort. Danach war ich wenigstens
richtig wach.
Skagen liegt noch 50 Meilen voraus. Dann bin ich
wieder in der Ostsee. Juhu!!
Bilanz Tag 27: 121 Meilen über Grund
Position: 58.05 N, 005.02 E
Schäden: keine
Bilanz Tag 28: 131 Meilen über Grund
Position: 57.49 N, 009.13 E
Schäden: Radarwarner tot
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Datum: 24.07.2009 00.43
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Rückweg Tag 25 und 26 |
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Seit einem Tag bin ich in der Nordsee, nachdem ich
die Orkney Inseln nördlich passiert habe. Ich hatte
auch eine Passage durch den Pentland Firth, also
der Enge zwischen den Orkney Inseln und dem Festland
ins Auge gefasst. Diese hätte ca. 20 Meilen gespart.
Dafür gibt es wegen der starken Gezeitenströmungen
dort nur ein schmales Zeitfenster für die Durchfahrt.
Während die Passage durch den Pentland Firth in meinem
englischen "Reeds" so beschrieben ist, dass selbst
einfache Geister wie ich sofort wissen, wann sie wie
zu fahren haben, macht es das deutsche Seehandbuch seinen
Lesern nicht so einfach. Hier muss man erst mal etwas
Theorie zum Thema Strömungen über sich ergehen lassen.
Höhepunkt: "Die Geschwindigkeit dieser ´hydraulischen
Ströme´ ändert sich etwa proportional zur Quadratwurzel
aus der Höhendifferenz des Wassers an den beiden Enden
der Durchfahrt." Ich bin also außen um die Orkneys
herum gesegelt, was aufgrund der Tide unter dem
Strich wahrscheinlich sogar der schnellere Weg war.
Die Nordsee zeigt sich bislang friedlich und der
Schiffsverkehr hält sich in Grenzen.
Trotzdem ist das Radar jetzt immer an, wenn ich
schlafe. Achteraus liegen vier Bohrinseln
und die norwegische Küste ist nur noch 120 Seemeilen
entfernt. Das Beste: hinter mir liegt ein schöner
Segeltag. Nach über drei Wochen auf See der Erste...
Bilanz Tag 25: 126 Meilen über Grund
Position: 59.17 N, 001.02 W
Schäden: keine
Bilanz Tag 26: 114 Meilen über Grund
Position: 58.55 N, 002.29 E
Schäden: keine
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Datum: 22.07.2009 00.49
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Rückweg Tag 23 und 24 |
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Dauerregen, Starkwind, Schiffsverkehr, Unterwant angebrochen,
letzte Tafel Schokolade aufgegessen: Beam me up!
Bilanz Tag 23: 126 Meilen über Grund
Position: 58.21 N, 008.08 W
Schäden: keine
Bilanz Tag 24: 112 Meilen über Grund
Position: 59.04 N, 004.53 W
Schäden: Backbord Unterwant angebrochen
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Datum: 20.07.2009 08.19
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Rückweg Tag 21 und 22 |
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Nach 21 und einem halben Tag endlich "Land", endlich Europa.
Land habe ich deswegen in Anführungszeichen gesetzt, weil
das, was ich gesehen habe, nicht wirklich unserer Vorstellung
von Land entspricht. Vielmehr handelt es sich um einen ziemlich
weit draußen im Atlantik stehenden Felsen, der auf den schönen
Namen Rockall hört. Das nächste "echte Land" liegt gut 150 Meilen
weiter westlich und ist die Insel St. Kilda. Ich war 1998 schon
einmal dicht bei Rockall, als ich einhand auf dem Weg von
den Azoren zu den Färöer Inseln war. Damals wie heute war bis
auf einen kleinen Betonsockel nichts vom dem dort angeblich
vorhandenen Leuchtfeuer zu sehen. Ich habe den Verdacht, dass
sich die Engländer nicht die Bohne um das Leuchtfeuer kümmern.
Es reicht völlig, zu behaupten, es würde dort ein Feuer
unterhalten, um den strittigen Gebietsanspruch auf den Felsen
aufrecht zu erhalten. So nach dem
Motto: "Wir hatten seit 30 Jahren ein Leuchtfeuer auf dem
Felsen, also gehört er uns." Dann legt man zum Beweis ein
paar nautische Unterlagen auf den Tisch, auf denen eben
dieses Feuer verzeichnet ist. Dass dieses Feuer kaum je
in Betrieb war, muss man dann erst mal beweisen. Wenn ich
mich recht an das erinnere, was ich mir damals zu Rockall
angelesen haben, dann haben die Engländer in den 1970er
Jahren sogar einen Soldaten auf dem Felsen abgesetzt, der
dort eine Zeit lang ausharren musste, was als Inbesitznahme
von Rockall gelten sollte. Genutzt hat es nicht viel. Auf
meinem Atlas von 2004 ist die Zugehörigkeit von Rockall
noch als "umstritten" ausgewiesen. Nur gut, dass die Zeiten
vorbei sind, in denen man sich in Europa wegen so etwas den
Krieg erklärt hat. Ich hatte die Hoffnung von Rockall ein
paar bessere Fotos als bei meinem letzten Besuch machen zu
können. Leider war es regnerisch, als ich den Felsen passiert
habe. Wäre ich vier Stunden später dran gewesen, hätte ich
strahlenden Sonnenschein gehabt....
Bilanz Tag 21: 120 Meilen über Grund
Position: 57.12 N, 14.52 W
Schäden: Haltestift des Autopiloten (mal wieder) gebrochen
Bilanz Tag 22: 123 Meilen über Grund
Position: 58.05 N, 11.29 W
Schäden: keine
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Datum: 18.07.2009 00.51
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Rückweg Tag 19 und 20 |
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Nach Durchzug des Starkwindfeldes kam, na was wohl,
eine Flaute. Dafür scheint die Sonne und auch ein
paar Tölpel haben sich blicken lassen. Zudem bin
ich an einem armlangen toten Kalmar vorbei gedümpelt,
der feuerrot an der Wasseroberfläche vor sich hin
waberte. Grusel.
Immerhin habe ich nach 20 Tagen genau 2/3
des Heimweges geschafft. Alles im Plan also.
Mit der Hygiene auf Langfahrt ist es ja manchmal
nicht einfach. So liegt meine letzte Dusche nun
schon drei Wochen zurück. Um mir die Illusion von
Sauberkeit zu verschaffen, habe ich einfach mal zum
Deo gegriffen und beherzt auf den Sprühkopf gedrückt.
Was dann kam, war - zumindest wenn man der Firma
Schwarzkopf&Henkel glauben kann - ein
"dynamisch-männliches und belebendes Erlebnis".
Trotzdem freue ich mich auf eine richtige Dusche.
Nach Jahren habe ich mal wieder "Allein in der Arktis"
von Axel Czuday gelesen. Der ist in den 1970er Jahren
meist alleine in arktischen Gewässern herumgeschippert.
In Sowjetzeiten hat er sich an der Nordostpassage
versucht, ist im Winter um Island gesegelt und war
auch in der Nähe des magnetischen Nordpols, wo ihn
ein Eisbrecher freischleppen musste. Man tritt Czuday
wohl nicht zu nahe, wenn man sagt, dass seine Reisen
allesamt mit einer Portion Wahnsinn gewürzt waren.
Bei manchen Erlebnissen stellt sich gar die Frage
nach Fakt oder Fiktion. Egal. Aufgrund meines
Faibles für schräge Vögel und Segelbücher, in denen
das Wort "Fuck" vorkommt (sicherlich für sich kein
Qualitätsmerkmal...), gibt es für dieses Buch von mir
fünf Sterne.
Bilanz Tag 19: 120 Meilen über Grund
Position: 55.33 N, 20.34 W
Schäden: keine
Bilanz Tag 20: 107 Meilen über Grund
Position: 56.30 N, 17.25 W
Schäden: keine
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Datum: 16.07.2009 10.54
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Rückweg Tag 17 und 18 |
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Im Morgengrauen des 17. Tages habe ich steuerbord voraus
eine Segelyacht gesehen. Die Entfernung war vielleicht
vier Meilen, der Kurs Ost Richtung Irland. Kein Funkkontakt.
Kurz darauf hat mich ein Tanker überholt, ohne das mein
Radarwarner dass getan hätte, was sein Job ist. Wie es
auf Tankern unter liberianischer Flagge üblich ist, wird
man dort sicher ganz, ganz aufmerksam Wache gehen und hat
deswegen auf das Radar verzichtet. Ja, da bin ich mir ganz
sicher.
Kurz später setzte Starkwind aus Norden ein, der mich nun
schon seit eineinhalb Tagen hoch am Wind segeln lässt. Die
Windgeschwindigkeit pendelte zwischen 20 und 35 Knoten,
kurzzeitig waren es auch 40. Da reichte dann die kleine Fock.
Eigentlich wären dies gute Bedingungen gewesen, auch einmal
mein Trysegel auszuprobieren. Die orange Farbe hätte dem
ganzen etwas Dramatik verliehen. Es ist beim Gedanken
geblieben, für die Umsetzung war es mir einfach zu nass
an Deck.
Bilanz Tag 17: 153 Meilen über Grund
Position: 54.12 N, 26.30 W
Schäden: keine
Bilanz Tag 18: 108 Meilen über Grund
Position: 54.41 N, 23.40 W
Schäden: keine
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Datum: 14.07.2009 00.50
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Rückweg Tag 15 und 16 |
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Am 15. Tag war bei mir Bergfest. Die Hälfte der 3.750
(Großkreis-) Meilen bis zu meinem Heimathafen lag
hinter mir. Im Schnitt war ich damit etwas langsamer
als auf dem Hinweg. Dies zum einen deshalb, weil eher
zu wenig, als zu viel Wind wehte und zum anderen, weil
ich im Fahrtensegler-Modus unterwegs bin. Dies hieß
zum Beispiel die letzten Tage, dass ich abends ins Bett
gegangen und morgens wieder aufgestanden bin. Das ist
ein schönes Stück Lebensqualität hier draußen, mit der
in der Nordsee spätestens Schluß sein wird.
Auf meinem Nordatlantikübersegler bin ich jetzt im
oberen rechten Viertel, was schon fast für Heimatgefühle
gut ist. Leider kommen auf diesem Törn die schwersten
Meilen zum Schluß. Bislang habe ich auf dem Rückweg übrigens
mehr Wale als Berufsschiffe gesehen. In den letzten
fünf Tagen hat mein Radaralarm nicht einmal gepiepst.
Als ich hier 1998, 2001 und 2003 unterwegs war, war hier
mehr los, meine ich. Vielleichr war mein Schlaf
damals aber auch nicht so tief...
An Bord habe ich das Buch "Sir Thomas Lipton Wins",
geschrieben 1969 vom damaligen OSTAR Gewinner Geoffrey
Williams. Ich habe es günstig antiquarisch gekauft
und war ganz begeistert, als ich gestern bei den
letzten Seiten angekommen war und feststellen musste,
dass einige Seiten dort nicht richtig auseinander
geschnitten waren. Es hat also 40 Jahre gedauert,
bis jemand dieses Buch auch mal zuende gelesen hat.
Bilanz Tag 15: 151 Meilen über Grund
Position: 51.26 N, 32.33 W
Schäden: keine
Bilanz Tag 16: 131 Meilen über Grund
Position: 52.50 N, 30.01 W
Schäden: keine
mehr ...
Datum: 12.07.2009 00.53
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